Johannes hat es auch heute nicht geschafft, in die Schule zu gehen. Stattdessen sitzt er in seinem Lieblingslokal im »kleinstädtischen Bahnhofsviertel«. Dort ist er nicht der einzige. Auch andere Oberstufenschüler ziehen das »Café Nirwana« der schulischen Pflicht vor, wo zuweilen bemerkenswert viele Paradiesvögel der Stadt das vormittägliche Publikum bilden. Wie mancher dort gilt Johannes als etwas »eigen« und »strange«. Früher galt er dagegen als hochbegabt und sensitiv - Lehrer und Psychologen munkelten etwas von ADS und »Indigo«. Seine abgefahrenen Erzählungen über Sagenländer wie »Utopia«, »Mittelerde«, »Shangri La« und von der Mission einer neuen Menschenrasse wurden schon lange nicht mehr ernstgenommen. Er kapselte sich zunehmend ab und begann zu »fremdeln« - was ihm schließlich den Spitznamen »Mr. Nowhere Man« einbrachte. Sein Wunsch nach einem offenen Ohr, nach Menschen, die ihn verstehen und denen er begegnen könnte, blieb unerfüllt...

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Erziehungskunst März 2009

Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2009