»Jugend« und »Abenteuer«, zwei Vokabeln, die heute unmittelbar zusammenzugehören scheinen. Zwar gab es schon zu allen Zeiten abenteuerlustige junge Menschen, doch ist das Verlangen nach »arrangierten Abenteuern« historisch noch nie so massiv aufgetreten wie in der letzten Dekade. Und die Abenteuerlust hat noch nie so bizarre und groteske Blüten getrieben wie zu unserer Zeit und in unseren Breitengraden. Mit einem irrsinnigen Tempo werden jährlich neue, schrillere und waghalsigere Abenteuer erfunden und in Szene gesetzt. Die Sucht nach immer stärkeren »Thrills« erfasste inzwischen Millionen und grassiert hauptsächlich unter jüngeren Menschen. Sie jagen mit Mountainbikes bei Tag und Nacht steile Berghänge herunter, Baumstämme dienen ihnen dabei als willkommene Slalomstangen. Ohne Seil und Sicherung erklettern sie als »Freeclimber« die schwindelerregendsten Höhen. Selbst Berge, die von Top-Bergsteigern nur mit Müh' und Not bezwungen werden, werden von Freikletterern erobert - denn, so ihr lakonischer Ausspruch: Wir sind entweder sehr gut oder sehr tot...

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Michael Birnthaler

Erziehungskunst Okt. 1999

Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1999