Wurzeln des Sports in Mysterienkulturen

Erleben braucht ein Gegenüber: eine Situation, einenMenschen, einen geistigen Sachverhalt.Durch die Auseinandersetzung wird Entwicklung möglich. Für Michael Birnthaler,Waldorfsportlehrer und Leiter des Instituts für Erlebenspädagogik, Eos, bildet das Erleben spielerischer Abenteuer die Grundlage für die spätere persönliche und spirituelle Entwicklung. Beide Ausprägungen, das Erleben von Abenteuersituationen und der Extremsport, gehen auf Elemente vonMysterienkulturen zurück.

Sie haben sich mit den Mysterienzusammenhängen vor allem von Extremsport befassst. Damit ist eine extreme körperliche Aktivität gemeint, die beispielsweise von einem Ruck (Bungee-Jumping), einer extremen Ausdauer (Marathon) oder von überdurchschnittlicher Kraft geprägt ist. Doch wie ‹okkult› sind die Wurzeln des Extremsports wirklich?

Es ist ja bekannt, dass Extremsport trip- oder rauschartige Zustände auslöst. Susan Jackson undMihaly Csikszentmihalyi haben diese dionysischen Zustände in ihremBuch als Flow beschrieben (‹Flow im Sport›). Und Michael Murphy deckte in seinem Buch ‹Psi im Sport› die paranormalen und  parapsychologischenWurzeln des Extremsports auf. Etwas Ähnliches tritt beim Gewaltphänomen bei jungen Menschen auf. Auch beimAusüben von Gewalt kann es nämlich zu Verzückungen kommen, wie Bill Buford in seinemBuch ‹Geil auf Gewalt› anhand von Hooligans minutiös darlegt: Wenn sie einem anderen Fussballfan die Knochen brechen, kommen sie in einen Rausch. Das Epiphänomen des Rausches verweist uns auf alte Mysterienkulturen.

Situationen um Leben und Tod

Wie meinen Sie das?
Ob Gewalt oder Situationen im Extrem- und Abenteuersport: Immer werden Situationen geschaffen, in denen es umLeben und Tod geht - und das ist die Qualität der Schwelle der Mysterieneinweihung! Die dort bewusst gehandhabten Kraftquellen tauchen in den genannten Bereichen heute - weitgehend unbewusst - wieder auf...

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Sebastian Jüngel

Das Goethenum Nr. 27/2009

Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft 2009