In jüngster Zeit wurde ein neues Kapitel in unserer gegenwärtigen Filmkultur aufgeschlagen. Mit dem Film »Hannibal« ist ein weiterer Horrorstreifen, der die Grenzen des »menschlichen Abstumpfungsvermögens« neu ausmisst, in den Kinos gestartet worden. Seine Geschichte erzählt von einem in Florenz praktizierenden Arzt, der ein Doppelleben als brillantes Genie des aristokratischen Bildungsbürgertums und das einer schauderlichen »Bestie« führt. Seine Bestialität besteht darin, dass er als Serienmörder und lebende Killermaschine seine Opfer tötet und verzehrt. Da dieser Menschenfresser in einem korrupten und dekadenten Umfeld gezeigt wird, gelingt es den Filmmachern, eine subtile Identifikation mit dem »Helden« herzustellen. Ihre untergründige Botschaft lautet: der moralisch fühlende und human handelnde Mensch hat ausgedient, es wird eine überlegene neue Menschengattung heraufziehen, die perfekt funktionierende und jegliche Gelüste auslebende Spezies der »Tiermaschine«...

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Michael Birnthaler

Erziehungskunst Mai 2001

Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2001