„Es ist Vergewaltigung, Kinder in Meinungen zu zwingen. Aber es ist Verwahrlosung, ihnen nicht Erlebnisse zu geben, durch die sie ihres ei-genen Wesens gewahr werden können." Kurt Hahn
„Ehrfurcht vor dem, was dem Dasein des Kindes vorangeht. Enthusiastischer Hinweis auf das, was dem Dasein des Kindes nachfolgt. Schüt-zende Bewegung für das, was das Kind erlebt." Rudolf Steiner

Als Rudolf Steiner gebeten wurde, Auskunft darüber zu geben, was die eigentlichen Ursachen für die Gewalttätigkeit, Renitenz und die Revolten von jungen Menschen seien, äußerte er sich zunächst sibyllinisch: „Der Himmel rumort!" (11. September 1920, GA 199)
Junge Menschen, welche zur Gewalttätigkeit neigen, würden mit dem „Himmlischen in ihnen selbst" auf Kriegsfuß stehen. Dieser innere Konflikt würde schließlich nach außen projiziert und sich dort in Gewalttaten entladen.
Seit der Zeit Steiners hat sich die Gewaltbereitschaft junger Menschen und gleichzeitig der Hang zu exzessivem Medien- und Drogenkonsum, deutlich verschärft. Politiker, Pädagogen und Eltern stehen hier oft staunend und ratlos vor diesem Phänomen. Mit dem Beginn der 90er Jahre wurde jedoch von Sozialpädagogen und Erziehungswissenschaftlern scheinbar ein „Licht am Ende des Tunnels" entdeckt: Die Erlebnispädagogik.
Lauffeuerartig breitete sich in den kommenden Jahren die Einsicht aus, dass Erlebnispädagogik auch dann weiterhilft, wenn die konventionelle Pädagogik mit ihrem Latein längst am Ende ist. Mittlerweile ist die moderne Erlebnis-pädagogik in nahezu allen erzieherischen Feldern salonfähig geworden. Vom Kindergarten bis in die Hochschulen, von der Jugendhilfe bis in die Mana-geretagen genießt die moderne Erlebnispädagogik höchstes Ansehen und Popularität...

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Michael Birnthaler

Medizinisch-Pädagogische Konferenz 45/2008

Bund der Freien Waldorfschulen 2008