Wenn sich Jugendliche bewegen, dann weniger im Verein als in freier Gemeinschaft. Ihre Bewegungskultur gibt Ausdruck von ihrem Verhältnis zum Körper, das von Verweigerung bis zum lebensgefährdenden Risiko reicht. Darin spiegeln sich gesellschaftlicheWerte ebenso wie das Bedürfnis der Körperüberwindung als Ausdruck eines ‹Schwellenerlebnisses›.

August 2004: Die Olympischen Spiele der Neuzeit sind in ihre antike Heimat, nachAthen, zurückgekehrt.Das seit 1936 weltweit größte Spektakel, ein Fest der
Rekorde und Superlative, das von Milliarden von Menschen verfolgt wird, findet seinen Lauf. DieOlympischen Spiele mit ihrer Leistungsschau waren sogar bis
in die letzten Jahrzehnte hinein das großformatigeVorbild für das Sporttreiben der Massen und der Jugend. Die Bildungsund Lehrpläne, der Sportunterricht und
der Vereinssport waren im Grunde lediglich miniaturisierte Abziehbilder der Olympic World. Die Windrichtung hat heute drastisch gedreht. Rekord, Wettkampf
und schiere Leistung sind Auffassungen, denen heute von der Jugend her ein scharferWind insGesicht pfeift.

Ein allbekanntes vielsagendes Beispiel: der Sportlehrer ‹alten olympischen Schlages›. Wo er früher noch mit Stoppuhr und Maßband die Schüler ‹zum
Steppen› bringen konnte, weht ihm damit heute ein eisiger Wind des Widerwillens entgegen...

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Michael Birnthaler

Das Goethenum Nr. 33-34/2004

Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft, 2004