Mittlerweile sind sie nicht mehr wegzudenken aus dem Straßenbild der Städte: die jungen »Skater« und »Inliner«, die mit waghalsigen Sprüngen und rasanten Fahrten die Passanten aufschrecken. Auch jenseits der Straßen bekommen die Fußgänger keine Ruhe mehr, denn »offroad« auf Feld- und Waldwegen machen die Mountainbiker das Gelände unsicher. In den Bergen haben Extrembergsteiger und Felskletterer das Revier erobert, Flüsse und Seen sind vollgepfropft mit Boot-, Kanu- und Kajakfahrern, Surfern und Wasserskiläufern. Und am Himmel darüber ziehen Segler, Fallschirmflieger, Paraglider und Drachenflieger ihre Bahn. Es ist unübersehbar geworden, daß die Branche des Mode- und Abenteuersports boomt. Mit ungeahnten Angeboten hat sie den Freizeitmarkt überschwemmt. Begnügte man sich z. B. in den 80er Jahren im Winter noch mit Schlitten- und Skifahren, ist der Wintersportler heute erst »in«, wenn er Snowboard, Swingbo, Monoski fährt, Telemarking, Snowrafting, Snowkajaking, Speed-Skiing oder Heliskiing betreibt. Neben den ausgefallenen, exotischen Sportarten sucht der heutige Jugendliche jedoch vermehrt auch das Extreme, das Risiko, den »Kick« oder »Thrill«. Auch an Waldorfschulen ist zu bemerken, daß die Mode- und Abenteuersportarten immer stärkeren Aufwind erhalten und stattdessen den klassischen Schulsportarten wie Turnen, Leichtathletik und Gymnastik allmählich ein Gegenwind ins Gesicht bläst.
Daraus ergeben sich die Fragen: Was lockt die große Schar junger Menschen am Abenteuersport? Und: Welche Relevanz hat Abenteuersport und Erlebnispädagogik für die Waldorfschule? Sieben Motive wären zu nennen, welche die Lust am Abenteuersport begründen...

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Michael Birnthaler

Erziehungskunst April 1998

Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1998