"Man sollte Kinder lehren, bei Nacht allein unter freiem Himmel zu schlafen, in einem Kahn auf das offene Meer hinauszurudern. Man sollte lehren, Luftschlösser statt Eigenheime zu erträumen, nirgendwo sonst als nur im Leben zu Hause zu sein und in sich selbst Geborgenheit zu finden." (Hans Dreiske)
 

Unsere Jugend, an einem historischen Wendepunkt stehend, sucht wie keine andere Generation jemals zuvor nach echten Abenteuern. Der Prozess der Entzauberung und Ernüchterung der modernen Gesellschaft scheint einen Höhepunkt erreicht zu haben. Noch nie zuvor war der Hunger nach Abenteuern, Erlebnissen, Bildern und modernen Mythologien so vehement wie in unserer Gegenwart. In Scharen strömen die Heranwachsenden in Filme wie „Harry Potter", „Herr der Ringe", „Narnia" oder andere Phantasy-Kultfilme. Hier finden sie, was ihre durstenden Seelen bitter entbehren: herausfordernde und fantasievolle Abenteuer.

 

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Jugendliche sehnen sich nach Bewährungsproben. Die Erlebnispädagogik hat die Heldenreise entwickelt, in der Jugendliche einen bewehrten Weg der Bewährung antreten können.

 
Etliche Jugendliche leiden an der Banalität der Moderne, der Käseglocke Schule und ihrer öden Kreidepädagogik, den zubetonierten und reglementierten Lebenswelten in unserer Wohlstandsgesellschaft und der medialen „Small-Talk-Kultur". Sie alle versuchen vor dem Mangel an echten Abenteuern, der grassierenden inneren Leere und tödlichen Langeweile zu fliehen, indem sie sich künstliche Abenteuerwelten erschaffen. Dies zeigt sich in tausenderlei Facetten: vor allem aktuell in der vielbeklagten erhöhten Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen, die als Symptom der galoppierenden Erlebnisverarmung zu verstehen ist.

Pädagogen, Erzieher und Lehrer fühlen sich seit vielen Jahren alleine gelassen und den überhand nehmenden Problemen nicht mehr gewachsen. Sie spüren, dass die konventionelle Art der Erziehung als überkommenes Modell für die neue Generation zu kurz greift. Zu sehr auf das „schneller, höher, weiter" messbarer Leistung ausgerichtet, zu einseitig an den blassen intellektuellen Fähigkeitssegmenten und Paukschemata orientiert, scheinen die heutigen Kinder und Jugendliche immer schwerer erreichbar zu sein.

Seit den 90er Jahre wurde jedoch von Sozialpädagogen und Erziehungswissenschaftlern scheinbar ein „Licht am Ende des Tunnels" entdeckt: Die Erlebnispädagogik. Lauffeuerartig breitete sich in den kommenden Jahren die Einsicht aus, dass Erlebnispädagogik auch dann weiterhilft, wenn die traditionelle Pädagogik mit ihrem Latein bereits am Ende ist. Mittlerweile ist die moderne Erlebnispädagogik in nahezu allen erzieherischen Feldern salonfähig geworden. Vom Kindergarten bis in die Hochschulen, von der Jugendhilfe bis in die Manageretagen, von Kanada bis Kamtschatka genießt die Moderne Erlebnispädagogik heute höchstes Ansehen und Popularität.

 

Informationen: Erlebnispädagogik / Erlebenspädagogik hier (Wikipedia)