Prüfungswochenende
Kaum zu glauben: die zwei Jahre Ausbildung in Erlebnispädagogik sind verflogen wie der Schwarm in unserem Lied „Zug der Schwäne".
Obwohl wir in den 2 Jahren an Überraschungen gewohnt wurden, staunten wir, als wir zum ersten Mal von der neuartigen „Prüfungsphilosophie" hörten, die von der EOS-Leitung vorgetragen wurde.
Dort wurde gesprochen von der Überkommenheit des alten Leistungsbegriffes, von „New Leadership" und einem humanen, nicht hierarchischen und mechanistischen Prüfungswesen.
Schnell konnten wir uns für diese neue Form von Prüfung begeistern und organisierten unmittelbar zwei freiwillige Vorbereitungswochenenden, an denen wir das Erlernte festigten und nun andererseits unsere eigene Prüfung organisierten.
Denn statt „Abfragestunde", „multiple Choice-Test" und ähnlicher intellektualistischer Techniken wurden wir ganz anders gefordert: Denn wir hatten beispielsweise die Aufgabe, das Erlernte selbst in einem Projekt darzustellen. Ein richtiges „Meisterstück" also wurde von uns erwartet.
Als schließlich die Portfolio-Gespräche, Colloquia und die Präsentationen der Abschlußprojekte mit „Bravour" gemeistert waren, stand endlich das „Praxis-Projekt" auf dem Plan. Die Aufregung stieg enorm als wir an die Michaelschule kamen und dort erfuhren, dass hier bereits Scharen von Kindern auf uns und unser „Spektakel" warteten. Da sich beim gut besuchten Schulfest anscheinend etwas verschoben hat, mussten wir schneller „auf die Bühne" als wir erwartet hatten.
Die Augen der Kinder leuchteten als plötzlich ein Junge auftauchte, der aus Strafe zu einem Zwerg verwandelt wurde. Dieser Nils Holgersson, der Held unserer Geschichte, hatte es dann 2 Stunden lang den Kindern angetan. Und nach den 2 Stunden hatten wir selbst total vergessen, dass wir an einem Prüfungswochenende sind...
In verdienter Hochstimmung ließen wir uns dann dafür am Abend vom „EOS-Team" verwöhnen. An einem wundervollen Platz in der Natur blickten wir noch einmal voller Dank auf die 2 Jahre zurück. Im Schein der Fackeln sangen wir wehmütig „unsere Lieder", erzählten Schwänke und am Ende mischten sich die Tränen der Freude mit denen des Abschieds.
Als am nächsten Tag in feierlicher Stimmung die Zertifikate überreicht wurden, wurde uns bewusst, dass wir 2 traumhafte und unvergessliche Jahre verbringen durften. Dass es Begegnungen seltener „Schönheit" gegeben hat und dass der Begriff Freundschaft neu entdeckt wurde. Viele sprechen davon, weiterhin bei den Ferienlagern mitzumachen, manche wollen Erlebnis-Projekte in ihrem Umfeld aufbauen. Einzelne planen nach Freiburg umzuziehen oder eine Außenstelle zu gründen.
Auf zu neuen Horizonten!
Peter
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